Die Selbstvorstellung im Vorstellungsgespräch

Warum 90 Sekunden den Gesprächsverlauf prägen können
„Erzählen Sie doch einmal kurz etwas über sich.“
Diese Frage klingt harmlos. Tatsächlich ist sie oft der erste echte Prüfstein. Denn hier zeigt sich nicht nur, was jemand beruflich gemacht hat, sondern ob er sein eigenes Profil klar, strukturiert und passend zur Stelle darstellen kann.
Viele Bewerber machen denselben Fehler: Sie erzählen ihren Lebenslauf chronologisch nach.
Das ist zwar vollständig, aber selten überzeugend. Der Gesprächspartner kennt den Lebenslauf meist schon. Entscheidend ist daher nicht Wiederholung, sondern gezielte Positionierung.
Eine gute Selbstvorstellung beantwortet grundsätzlich drei Fragen:
1. Wer bin ich beruflich?
Starten Sie mit Ihrem beruflichen Profilkern.
Beispiel:
„Ich bin Volljurist mit Schwerpunkt Compliance und Datenschutz.“
2. Was bringe ich konkret mit?
Nennen Sie zwei bis drei Erfahrungen oder Stärken, die zur Stelle passen.
Nicht nur:
„Ich arbeite strukturiert.“
Besser:
„In meiner bisherigen Tätigkeit habe ich komplexe Sachverhalte analysiert, Fristen koordiniert, Abstimmungen mit mehreren Beteiligten geführt und Ergebnisse sauber dokumentiert.“
3. Warum passt das zur Stelle?
Am Ende sollte die Brücke zur Zielposition kommen.
Beispiel:
„Gerade deshalb reizt mich die Position, weil ich meine juristische Arbeitsweise künftig stärker präventiv und strukturbildend im Unternehmen einsetzen möchte.“
Eine gute Selbstvorstellung ist also keine Nacherzählung des Lebenslaufs. Sie ist eine kurze, klare Antwort auf die Frage:
–> Warum bin ich für diese Stelle ein passender Kandidat? 🙂
Als Faustregel gilt:
– ca. 60 bis 90 Sekunden
– klarer roter Faden
– keine private Ausschweifung
– keine vollständige Lebenslauf-Nacherzählung
– immer mit Bezug zur Stelle
– selbstbewusst, aber nicht überheblich
Mein Praxistipp:
Bereiten Sie Ihre Selbstvorstellung schriftlich vor, aber lernen Sie sie nicht auswendig. Sie soll nicht wie ein Vortrag klingen, sondern wie ein strukturierter Einstieg in ein professionelles Gespräch.
Eine starke Struktur kann so aussehen:
– „Ich bin …“
beruflicher Profilkern
– „Ich bringe mit …“
relevante Erfahrung und Stärken
– „Mich reizt an dieser Stelle …“
Motivation und Passung
Wer diese 90 Sekunden gut nutzt, setzt den Rahmen für das gesamte Gespräch. Der Bewerber wirkt vorbereitet, reflektiert und klar positioniert.
stadtbekannt Consulting unterstützt Bewerber dabei, diese Selbstvorstellung individuell zu entwickeln und überzeugend zu trainieren – abgestimmt auf Lebenslauf, Zielposition und persönliche Wirkung.
Weitere Informationen gerne unter: info@stadtbekannt.de
(c) Oliver Michaelis | 01.05.2026